Gutachten Professor Stipendium Beispiel Essay

Supporting Diversity

I believe my combination of experiences, professional skills and competencies would be valuable to XXX Business School because it is unique. XXX offers a focus on management education for a student body of diverse cultural and professional backgrounds.

My presence would add to this environment because my background is diverse. I also believe I would be successful in this type of environment and my success would help further support it.

International Academic Career

My engineering education in the USA and Germany makes me an interesting candidate for the program. I studied mechanical engineer in two different cultures. Primarily, I researched  the construction of engine control systems of airplanes. Obviously, this is quite specific and technical subject matter, but beyond the material I feel learning in two different cultural environments has made me flexible and more open-minded to different educational approaches.

Work experience

Myprofessional career has also been diverse, e.g. in the research department of a major corporation and in a supply and services company. I have also worked for a consultancy, where, among other things, I successfully managed projects of international groups in Germany by applying strategic, business and intercultural competence.

From 2007 until 2010, I have worked as a self-employed management consultant with the main focus on advising German and American companies.

My main tasks consisted in the clarification of engineering issues and tactical preparation of negotiations. I also participated in these negotiations with international partners and coordinated the work with public authorities in Germany and USA. During these activities, I was able to build a broad network of contacts in various countries.

The jobs I have done so far offered me various insights into the practices of business administration and independent decision-making. I would like to advance and build on these experiences by combining my knowledge in theory and practice.

Skills

In my university education and career, I could always rely on my personal skills such as high motivation, courage for complex and challenging tasks, responsibility and high flexibility. The employers, colleagues and clients always confirmed my openness and good team spirit. In particular, my cross-cultural competences and multilingualism (I speak English, Italian, French and German) were beneficial to the international projects I was responsible for. Therefore, an international and interdisciplinary group of students would definitely be the ideal context for constructive exchange of ideas.

Motivation & Dedication

My motivation to join XXX is that I am convinced the XXX program is an excellent opportunity for me to enhance my management skills and business acumen. This motivation is very high and I’ve demonstrated it through meeting with XXX admissions staff, professors and alumni. As a self-employed consultant, my clients have all repeatedly cited my dedication to delivering results. My experience in every professional position I’ve had has taught me that a diverse team needs motivated and committed participants to help it succeed. I am motivated and committed to being a successful member of the XXX MBA class.

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07.12.2015

Viel Lärm um viel

Bewerbungstipps für ein Stipendium

Stipendien der Studienförderwerke sind hoch attraktiv: Studierende erhalten Geld, ideelle Förderung und Kontakte. Doch viele haben Angst vor großer Konkurrenz und scheuen die aufwändigen Bewerbungsprozesse. Dabei stehen die Chancen auf Aufnahme gar nicht schlecht. Studis Online erklärt, was von euch verlangt wird und wie ihr euch am besten vorbereitet.

Von Sebastian Horndasch

Gina Sanders - Fotolia.com


Im Rahmen des Auswahlverfahrens für ein Stipendium muss man in der Regel auch eine Präsentation halten. Wie Ihr Euch dafür vorbereitet, steht im Artikel.
Etwa vier Prozent aller Studierenden erhalten ein Stipendium. Eine kleine Zahl. Da liegt die Vermutung nahe, dass es nur ganz wenige Überflieger in die Stiftungen schaffen. Und dann sind da noch die aufwändigen Verfahren. Ob sich eine Bewerbung überhaupt lohnt? Viele Studierende beantworten die Frage für sich mit „nein“ und bewerben sich gar nicht erst. Ein Fehler, denn die Verfahren sind auch für normale Menschen schaffbar – und Stipendiaten keine Übermenschen.

Der überwiegende Teil der Stipendien wird in Deutschland von den 13 Studienförderwerken vergeben. Das Geld dafür erhalten sie von der Bundesregierung. Durch die Stiftungen sollen alle gesellschaftlich wichtigen Gruppen repräsentiert werden. Dazu zählen die im Bundestag vertretenen Parteien, die Religionsgemeinschaften, die Gewerkschaften und Arbeitgeber sowie die Bundesregierung selbst.

Mehr zu den Stiftungen und Stipendien im Detail erfahrt ihr hier.

Die Stiftungen erwarten stets, dass Bewerber weltanschaulich den Stiftungen nahe stehen. Wie nahe es sein muss, hängt von der Stiftung ab. Das Vorurteil, es würden bei den politischen Stiftungen nur Parteisoldaten aufgenommen, stimmt allerdings nur bedingt. Eine Parteimitgliedschaft ist positiv – wichtiger sind aber Leistung und soziales Engagement. Die Relevanz von Parteimitgliedschaften hängt auch von den einzelnen Förderern ab. Während die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) im Ruf stehen, vergleichsweise stärker aufs Parteibuch zu schauen, sind in der FDP-nahen Naumann-Stiftung die Mehrheit der Stipendiaten keine Parteimitglieder. Auch bei der Böll-Stiftung, die den Grünen nahe steht, haben Parteifremde eine gute Chance – allerdings werden überwiegend Bewerber gefördert, die einem oder mehreren der drei Förderschwerpunkte entsprechen: Weiblich, Migrationshintergrund sowie aufgewachsen in den neuen Bundesländern.

Doch nicht nur die politischen Stiftungen zeigen sich offen: Zwar muss man beim katholischen Cusanuswerk zwingend katholisch sein, beim Evangelischen Studienwerk und beim jüdischen Ernst-Ludwig-Ehrlich Studienwerk sind dagegen auch Bewerber aus anderen Konfessionen willkommen, so sie ihre religiöse Nähe überzeugend darlegen können.

Stipendien werden übrigens auch von anderen Stipendiengebern vergeben – zum Beispiel von kleineren Stiftungen, Hochschulen, Städten und Bundesländern. Eine Übersicht über eure Stipendienmöglichkeiten bietet Studis Onlinehier.

Die schriftliche Bewerbung

Die Stiftungen sagen in der Regel genau, welche Elemente sie in der schriftlichen Bewerbung erwarten. Die folgenden vier müssen fast immer eingereicht werden:
  • Ein Motivationsschreiben
  • Ein Lebenslauf (tabellarisch oder ausführlich)
  • Gutachten von Lehrern oder Professoren
  • Abiturzeugnis, akademische Zeugnisse und Notenauszüge
Wie ein Motivationsschreiben für Bachelor und Master auszusehen hat, erklärt Studis Online euch hier. Im Grunde könnt ihr euer Schreiben für die Stipendienbewerbung an genau dieser Anleitung ausrichten – die meisten Tipps gelten analog. Folgende Dinge sollten aus eurem Motivationsschreiben hervorgehen:
  • Der Grund für die Bewerbung für das Stipendium
  • Inwiefern ihr zur Stiftung passt
  • Inwiefern ihr in der Lage seid, eure Ziele auch umzusetzen
  • Euer gesellschaftliches Engagement und inwiefern dieses zur Philosophie zur Stiftung passt
  • Eure Zukunftspläne
Dabei solltet ihr euch intensiv mit der Philosophie der jeweiligen Stiftung auseinander setzen. Den Begabtenförderwerken ist es wichtig, engagierte Studierende zu finden, die in die Philosophie der Organisation passen. Bei der KAS könnte man in der Bewerbung auf die persönliche Identifikation mit dem „christlichen Menschenbild“ sowie der sozialen Marktwirtschaft eingehen. Bei der Böll-Stiftung steht die Frage der Nachhaltigkeit im Vordergrund. Und bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft werden Bewerber gesucht, die sich mit freiem Unternehmertum identifizieren.

Auch ein tabellarischer Lebenslauf wird von den Stiftungen verlangt. Wie ihr diesen erstellt, zeigen wir euch in einem separaten Artikel. Einige Stipendiengeber – unter anderem die FES – verlangen zusätzlich einen so genannten „ausführlichen Lebenslauf“, den die Bewerber komplett ausformulieren müssen. Er kann bis zu drei Seiten umfassen. Im Unterschied zum „normalen“ Lebenslauf müsst ihr im Ausführlichen Lebenslauf auch das „wie“ und „warum“ einzelner Entscheidungen nennen – außerdem sollte er chronologisch sein. Zum Beispiel könnte im tabellarischen Lebenslauf ein Abschnitt lauten:

09/2014– 07/2015Mitarbeiterin im Waisenhaus „Corazon“, Cochabamba, Bolivien
Mitarbeit im Rahmen des Weltwärts Programms
Pädagogische Arbeit mit Waisenkindern zwischen 3 und 10 Jahren

Im ausführlichen Lebenslauf könnte dieser Punkt folgendermaßen beschrieben werden:
    Während meines letzten Schuljahrs reifte in mir die Entscheidung, vor dem Studium ein Jahr in einem sozialen Projekt mitarbeiten zu wollen, da ich etwas tun wollte, das über meinen persönlichen Nutzen hinaus geht. Bei meinen Recherchen stieß ich schnell auf das Weltwärts-Programm, das mich aufgrund seines entwicklungspolitischen Anspruchs und des Alumninetzwerkes überzeugte. Ich bewarb mich auf eine Projektstelle im Waisenhaus „Corazon“ im bolivianischen Cochabamba, da mir die Arbeit mit Kindern besonders am Herzen liegt und ich in der Schule Spanisch als zweite Fremdsprache gelernt hatte. Das Waisenhaus ist personell unterbesetzt, weshalb ich neben meiner hauptsächlich pädagogischen Arbeit auch administrativ tätig war. Ich arbeitete vor allem mit Kindern zwischen 3 und 10 Jahren. Dabei organisierte ich einen Kinderchor, wobei mir mein Abiturleistungskurs Musik zu Gute kam. Während meiner Zeit in Bolivien wohnte ich in einer lokalen Familie. Bei der emotional teilweise sehr belastenden Arbeit konnte mich diese oft auffangen. Durch meine Konfrontation mit großem sozialen Elend nahm ich von meinem ursprünglichen Studienwunsch der BWL Abschied und entschied mich zum Psychologiestudium, um später in der Lage zu sein, Menschen und vor allem Kindern konkret helfen zu können.
Manche Stiftungen fordern neben Motivationsschreiben und Lebenslauf auch Empfehlungsschreiben. Diese sollten von möglichst qualifizierten Personen geschrieben werden – zum Beispiel von Professoren, ehemaligen Lehrer und Leuten, die mit eurer sozialen Arbeit bekannt sind. Dabei kommt es auch auf die Stiftung an: Bewirbt man sich bei einer christlichen Stiftung, könnte man einen Geistlichen um ein Gutachten bitten, der einen gut kennt. Wer sich bei der Stiftung der deutschen Wirtschaft bewirbt, wäre eher bei einem Unternehmer an der richtigen Adresse. Wichtig ist dabei, dass der Autor des Gutachtens den Bewerber gut kennen sollte. Da es bei Studienförderwerken sowohl auf Engagement als auch auf Leistungsfähigkeit ankommt, bietet es sich an, einen Professor oder – im Falle von Abiturienten – einen Lehrer um ein Gutachten zu bitten sowie eine Person, die euch in eurem sozialen Engagement kennt.

Das persönliche Auswahlverfahren

Hat man eine überzeugende schriftliche Bewerbung abgeliefert, folgt das persönliche Auswalverfahren. In diesem wird getestet, ob die Bewerber zur Stiftung passen und über die zum erfolgreichen Studium notwendigen Qualifikationen verfügen. Das Verfahren ist allerdings je nach Stiftung verschieden. „Manche Auswahlseminare dauern ein ganzes Wochenende, andere nur einen Tag.“, so Jan Bruckmann. Er ist Autor des Buches „Der Weg zum Stipendium“, das gerade in der zweiten Auflage erschienen ist. Der ehemalige Stipendiat der FES arbeitet heute bei der RWE Supply & Trading. „Alle Begabtenförderungswerke haben das Format des Einzelgespräches gemeinsam. Weitere Formate sind Gruppendiskussion, Präsentation oder Moderation; bei der Hanns-Seidel-Stiftung auch Klausur. Bei der FES, Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Böckler-Stiftung gibt es gar kein Auswahlseminar. Bei diesen besteht das mündliche Auswahlverfahren allein aus Einzelgesprächen.“

Einzelinterviews

In Einzelinterviews sitzen die Bewerber einen oder mehreren Vertretern der Stiftungen gegenüber. Dabei handelt es sich oftmals um Professoren, es können aber auch ehemalige Stipendiaten oder Stiftungsmitarbeiter sein. Die Gutachter arbeiten meist ehrenamtlich und sind in der Regel um eine freundliche und vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre bemüht.

Wolf von Laer, Stipendiat der Naumann-Stiftung, empfand sein Interview als sehr offen und fair: „Ich saß fünf Leuten gegenüber, die Atmosphäre war freundlich und locker. Ich hatte das Gefühl, dass man mich kennen lernen wollte.“ Ähnlich äußerten sich die meisten seiner Mitbewerber – doch nicht alle: „Ein anderer Teilnehmer, der VWL studierte, wurde gegrillt. Er sollte Kennzahlen nennen und ist dabei ziemlich ins Schwitzen gekommen. Genommen wurde er aber trotzdem.“ Die FES-Stipendiatin Christine Ante bestätigt diesen Eindruck: „Ich hatte zwei Gespräche. Das erste war sehr entspannt. Im zweiten Gespräch wurde ich deutlich stärker in die Mangel genommen.“

Nach Jan Bruckmanns Erfahrung hängt die Härte von den individuellen Prüfern ab – und von der Stiftung: „Insbesondere die Studienstiftung des deutschen Volkes bohrt in den Interviews stark nach. Dort sollen die Bewerber klar verunsichert werden.“ Dies deckt sich mit der Erfahrung von Sarah Wendt, die als eine der besten Studierenden ihres Jahrgangs für die Studienstiftung vorgeschlagen worden war: „Ich hatte zwei Interviews, eines mit einem Philosophieprofessor, ein zweites mit einem BWLer. Das Interview mit dem Philosophen war gut, der BWL-Professor fragte dagegen nur Kurven und Funktionen aus den ersten Semestern ab und war äußerst unangenehm. Das war mir zu albern, deshalb habe ich einfach den Raum verlassen. Das Stipendium habe ich dann nicht bekommen.“

Die Fragen hängen größtenteils von der Bewerbung und vom Gesprächsverlauf ab. Doch es gibt auch einige Konstanten. Holger Bär: „Das Entscheidende ist, dass man sinnvoll folgende Fragen erklären kann: Warum studiere ich, was ich studiere? Was mache ich sozial neben dem Studium? Warum habe ich in der Vergangenheit was gemacht? Warum passe ich in die Stiftung? Was bringe ich mit in die Stiftung?“

Häufig werden Bewerber mit der Aufforderung konfrontiert, die Stiftungsvertreter „durch den Lebenslauf zu führen“. Dabei geht es nicht darum, den tabellarischen Lebenslauf eins zu eins nachzuerzählen. Vielmehr zielt diese Frage auf die Beweggründe von verschiedenen Entscheidungen ab sowie auf die Verbindungen zwischen den einzelnen Stationen. Durchs Nacherzählen zeigt man auch, was einem besonders wichtig ist.

In Einzelinterviews wird immer auch die Allgemeinbildung abgefragt. Dies wird auf zweierlei Weise gemacht: Zum einen durch direkte Wissensfragen und zum anderen durch die Diskussion von gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Direkte Wissensfragen werden dabei in der Regel im Zusammenhang mit eurem Lebenslauf gestellt. Beispielsweise könnte nach dem Namensgeber der ehemaligen Schule gefragt werden oder nach der Geschichte des Landes, in dem ihr einen Schulaustausch gemacht habt. Gesellschaftliche Fragen ergeben sich meist aus der aktuellen politischen Diskussion. Einige Beispiele für mögliche Themen:
  • War und ist Deutschlands Verhalten in der Eurokrise richtig?
  • Reichen die bisherigen Finanzmarktreformen aus?
  • Ist der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr gerechtfertigt?
  • Ist Google Streetview ein Eingriff in die Privatsphäre und brauchen wir gegenüber von Internetkonzernen mehr Datenschutz?
Die meisten Bewerber werden ebenfalls mit Fragen zum Studienfach konfrontiert. Dabei geht es meist um die Grundkonzepte der Fächer, nicht um kleinteiliges Fachwissen – das Abfragen von Kennzahlen ist die Ausnahme. Die Stiftungen wollen sicher gehen, dass die Bewerber das Potential haben, zu den besten ihres Jahrgangs zu gehören. Es gilt: Je weiter die Bewerber im Studium sind, desto komplizierter können die Fachfragen werden.

Zuletzt werdet ihr als Bewerber beweisen müssen, dass ihr euch mit der Stiftung auseinander gesetzt habt. Was ist das Leitbild, wer ist der Namensgeber, welche Arten von Engagement werden besonders geschätzt, was wird von den Stipendiaten erwartet? Bewerber müssen klar begründen können, warum sie sich ausgerechnet bei dieser speziellen Stiftung bewerben.

Diese Bereiche werden in Gesprächen abgefragt
  • „Warum-Fragen“ zu jedem Punkt im Lebenslauf
  • Verbindungen zwischen den Lebenslaufpunkten
  • Die Stiftung und warum man zu ihr passt
  • Fragen zu aktuellen politischen Themen
  • Soziales Engagement
  • Eigene Bewerbung und Lebenslauf
  • Persönliche Ziele

Gruppendiskussion

In Gruppendiskussionen wird in der Regel ein aktuelles gesellschaftspolitisches Thema bearbeitet. „Wir sprachen zu sechst über ein mögliches Verbot von Killerspielen“, so Holger Bär. „Das Thema war zu der Zeit sehr aktuell.“ Bei den Diskussionen kommt es weniger darauf an, am meisten zu wissen. Es wird stärker darauf geachtet, ob die Bewerber auf die Sichtweisen anderer eingehen können und wie sie argumentieren. Dabei werden bei manchen Stiftungen den Diskutanten bestimmte Meinungen zugewiesen, in anderen Fällen kann komplett frei diskutiert werden.

Wichtig ist in der Diskussion, nicht eisenhart auf seiner Meinung zu beharren, sondern differenziert auf die Meinungen anderer eingehen zu können. Ist man in der Lage, zumindest in Teilbereichen Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten, wird dies von den Stiftungen als positiv angesehen. Daneben sollte man sein Gegenüber aussprechen lassen und keinesfalls persönlich werden.

Eine klare Gewinnerstrategie gibt es nicht. Jeder Mensch verschieden in Temperament und Rhetorik und man sollte sich nicht verbiegen, um einem wie auch immer gearteten Perfektionsanspruch zu genügen. Einige Dinge sind allerdings immer positiv: Gute Vorbereitung, Höflichkeit, Neugier, Einbeziehen anderer und das Entwickeln intelligenter Lösungen. Jan Bruckmann rät: „In Diskussionen sollte man die anderen nicht als Gegner sehen. Das führt nicht zum Erfolg.“

Klausuren und Essays

Während Interviews und Gruppendiskussionen weit verbreitet sind, müssen sich Bewerber nur bei wenigen Stiftungen mit Essays oder Klausuren beschäftigen. Bei der KAS sowie bei der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung ist dies der Fall. Dabei werden vor allem Meinungen, Argumentationsstrukturen und Allgemeinbildung abgefragt. Bewerber müssen ihren Standpunkt zu aktuellen politischen Themen darstellen. Einige Beispiele für Klausur- und Essaythemen: Atomausstieg, Datenschutz, Europäische Integration, Migration sowie die arabische Demokratiebewegung.

Daneben werden Bewerbern dahingehend geprüft, wie sehr sie sich mit der Stiftung und der dahinter stehenden Philosophie auseinander gesetzt haben. Im Falle der Hanns-Seidel-Stiftung könnte nach dem „christlichen Menschenbild“ gefragt werden sowie nach der „sozialen Marktwirtschaft“.

Präsentationen

Das Format der Präsentationen wird vor allem von der Studienstiftung des Deutschen Volkes genutzt. Hier präsentiert jeder Bewerber ein Thema vor einer Gruppe von anderen Bewerbern sowie den Gutachtern. Jeder Bewerber muss einmal präsentieren und einmal eine Diskussion moderieren. Die Themen werden in der Regel vom Bewerber selbst gewählt, so dass man sich Zuhause vorbereiten und die Präsentationen mit Freunden und Bekannten durchgehen kann.

Vorbereitung

Viele Bewerber haben noch nie ein Bewerbungsgespräch mitgemacht – geschweige denn ein umfangreiches Auswahlseminar. Daher ist es ratsam, sich vorher genau über den Ablauf zu informieren. Im Internet gibt es viele Informationen und Erfahrungsberichte. Jan Bruckmann rät Bewerbern dazu, mit Leuten zu sprechen, die das Verfahren bereits durchlaufen haben. „Gerade wenn man zum ersten Mal zu so einem Gespräch geht, ist einem vieles unbekannt und man hat viele Fragen und Ängste. Es ist gut, wenn man jemanden findet, der einem weiterhelfen kann. Bewerber sollten sich dazu in ihrem Bekanntenkreis und an ihrer Hochschule umhören. Im persönlichen Gespräch können Dinge ganz anders vermittelt werden.“

Um mehr Sicherheit bei Interviews und Präsentationen zu erlangen, rät er, vorher zu üben – zum Beispiel im Freundeskreis. Freunde spielen dann die Gutachter und quetschen euch als Bewerber aus. Wolf von Laer rät, aktuelle Stipendiaten zum Sparringpartner zu machen: „Man kann den Vertrauensdozenten fragen, ob er Stipendiaten kennt, die helfen können. Viele sind hilfsbereit und offen dafür, Gespräch zu simulieren. So kann man Fragen besser antizipieren.“

Zur Vorbereitung auf Auswahltage empfiehlt Christine Ante, Zeitung zu lesen „und zwar über einen längeren Zeitraum.“ Holger Bär rät dabei zur Wochenzeitung Die Zeit: „Hier werden alle aktuellen Themen diskutiert. Wer über einen längeren Zeitraum den Politikteil der Zeit liest, wird mit gesellschaftspolitischen Diskussionen kein Problem haben.“

In der Vorbereitung besonders hilfreich ist das schon weiter oben erwähnte Buch „Der Weg zum Stipendium“ von Max-Alexander Borreck und Jan Bruckmann. Es schildert ausführlich die Bewerbungsverfahren der Stiftungen und enthält eine Reihe an hilfreichen Tipps und Hinweisen.

Den Tag überstehen

Der Dresscode ist bei den Stiftungen stets locker. Wolf von Laer kam in „Jeans, Hemd und Sakko. Damit war ich fast overdressed.“ Er beschreibt den bei der Naumann-Stiftung bevorzugten Stil als „smart casual“. Bei politisch stärker links stehenden Stiftungen würde man mit einem Anzug relativ einsam dastehen. FES-Stipendiatin Christine Ante: „Man sollte weder im Anzug kommen noch völlig schluffig.“

Vor Auswahlgesprächen sind Bewerber in der Regel nervös. Verständlicherweise. Gründliche Vorbereitung ist das wichtigste Mittel, um Unsicherheit zu bekämpfen. Daneben empfiehlt Jan Bruckmann vor allem eines: „Man sollte sich sagen, dass man hier ist, um etwas zu lernen. Selbst wenn man es nicht schafft, ist man um eine wichtige Erfahrung reicher. Bewerber sollten sich über einen positiven Blick auf die Herausforderung ihre Ängste nehmen.“



Buchtipp: „Der Weg zum Stipendium“ von Max-Alexander Borreck und Jan Bruckmann, erschienen 2011 bei Squeaker.net





Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmalig am 8. September 2011 veröffentlicht, danach aber immer wieder geringfügig verändert, zuletzt am oben angegebenen Datum.








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